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Neuigkeit

Data: 28.02.2007

Angeklagte hatte hohe Schulden


††† "In der Strafsache Maria Z. bitte in Saal eins eintreten." Der Aufruf aus dem Lautsprecher, leise und dumpf, verhallt drau?en auf dem Flur nahezu ungeh?rt. Drinnen in jenem Saal ist unterdessen kaum noch ein Sitzplatz zu ergattern. Morgens um neun im Ahrensburger Amtsgericht. Das Publikum will Maria Z. (Name ge?ndert) sehen, jene Ahrensburger Boutiquebesitzerin, die ihren eigenen Laden angesteckt haben soll. Am vierten Verhandlungstag erf?hrt der Richter mehr ?ber die finanziellen Hintergr?nde der 59 Jahre alten Kauffrau. Im Zeugenstand hat Hans-J?rgen B?rner (53) Platz genommen, ein Kriminalbeamter. "Ein Mitarbeiter von Escada hat mich angerufen", sagt der Polizist. In dem Telefonat habe er erfahren, dass Maria Z. bei dem Edel-Label zum Zeitpunkt des Brands mit rund 57 500 Euro in der Kreide gestanden haben soll. Der Preis f?r Ware, die geliefert, aber nicht bezahlt worden sein soll. "Der Escada-Mensch erz?hlte, dass am 13. und 14. M?rz 2006 Schecks von Frau Z. geplatzt seien, weil ihr Konto nicht ausreichend gedeckt gewesen sei", sagt B?rner. Am 15. M?rz brannte der Laden.
††† Die Zuschauer recken ihre K?pfe. In vier Reihen sitzen sie hintereinander. Wer keinen Platz vorn bekommen hat, will auch etwas sehen. Dabei gibt es nichts zu sehen. Maria Z. verfolgt die Aussage in der f?r sie typischen Attit?de: so n?mlich, als ob das alles sie gar nichts anginge. Teilnahmslos wirkt ihr maskenhaftes Gesicht mit den hochgezogenen Augenbrauen und den vollen Lippen. Nur hin und wieder nippt sie mit spitzem Mund an einem kleinen Glas Mineralwasser.
††† Polizist B?rner f?hrt fort. Noch ein anderer Lieferant habe sich bei ihm gemeldet. "Bei ihm hatte Frau Z. 5500 Euro Verbindlichkeiten. Am 15. M?rz war er deshalb nachmittags bei ihr", sagt der Beamte. Sechs Stunden sp?ter brannte der Laden.
††† Bei ihren Lieferanten, das hat der Kripo-Mann von ihnen erfahren, soll die 59-J?hrige von hohen Ausgaben f?r die Behandlung ihres Krebsleidens gesprochen haben. Ein Raunen geht durch die Zuschauerreihen. Jenen unter ihnen, die Maria Z. pers?nlich kennen, soll sie auch von einer solchen Krankheit berichtet haben. Ihr Lebensgef?hrte allerdings, am dritten Prozesstag w?hrend seiner Aussage kollabiert, wusste nichts davon.
††† Prozesspause! Butterbrotpapier raschelt, die Zuschauer bei?en in ihre Stullen. Drau?en auf dem Flur tauschen sie Ger?chte aus, bekommen neue Nahrung f?r ihre Gespr?che. So pikant manches Detail in diesem Fall aber auch scheinen mag: Bewiesen ist noch gar nichts.
††† Auch am vierten Verhandlungstag werden immer noch die ermittelnden Polizeibeamten vernommen. Richter Ulf Thiele kritisiert: "Wir haben ja so unsere Schwierigkeiten festzustellen, ob und wo was gesichert wurde." Von Details an der Brandstelle, ?ber die er gern mehr wissen w?rde, haben die Ermittler zum Beispiel ?berhaupt keine Fotos gemacht.
††† Daf?r sind die Beamten bei der am Tag nach dem Brand richterlich angeordneten Telefon?berwachung offenbar eifriger ans Werk gegangen, als das Gesetz es ihnen erlaubt. So sind Verteidigergespr?che mitgeschnitten, protokolliert und auch noch der Prozessakte beigef?gt worden. Verteidigerin Kirsten Ellerbrock-Ro? ist emp?rt: "Mit Erschrecken h?re ich mir an, was Kriminalbeamte wissen und was nicht."
††† Ermittlungsf?hrer Felix Schmidt (39) versucht, die Fehler zu entschuldigen. "Telefon?berwachung st??t bei uns nicht so auf Gegenliebe, weil sie sehr arbeitsintensiv ist", sagt er.
††† Morgen um 9 Uhr wird der Prozess im Ahrensburger Amtsgericht fortgesetzt.
††† https://www.abendblatt.de/
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Die Schuld, Marktes der Schuldverschreibungen, Buero in den Laendern